NEWSLETTER #4

Wolfgang Weigand, Rituale & Coaching



Aus dem Inhalt:

 ● Das Anna-Karenina-Prinzip
 ●
Gedanken zu Liebe und Tod
 ●
In eigener Sache
 



Paradox

Sterben, innehalten, abschalten
Lösen, verabschieden, aufräumen
Entscheiden, mitgehen, visionieren

Schnee deckt zu, gewiss,
aber einen gewissen Zauber
kann man ihm nicht absprechen
wenn die weisse Winterlandschaft
in Stille erblüht (ww)
 



Lieber Leser, liebe Leserin dieses Newsletters

Kennen Sie das Anna-Karenina-Prinzip? Es beschreibt in der Evolution, im Wirtschaftsleben und im Projektmanagement, wie Erfolg viele Faktoren hat, die stimmen müssen, während für einen Misserfolg schon ein einziger nicht-stimmiger Faktor reicht.

Der Name stammt aus dem ersten Satz von Tolstoi’s berühmten Roman "Anna Karenina" von 1877:
"Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich". Nimmt man das Prinzip für die Familienpsychologie, so könnte man sagen: Für eine glückliche Familie braucht es viele Faktoren wie Offenheit, Wertschätzung, Klarheit in Geldfragen, Kindererziehung und Rollenverteilung, Übereinstimmung in religiösen oder ethischen Wertehaltungen, Umgang mit Schwiegereltern, soziales Umfeld, lebendige Traditionen und vieles mehr. Und für eine gesunde Partnerschaft vielleicht noch zusätzlich gute Balance zwischen Nähe und Distanz, Toleranz und Akzeptanz, sexuelle Anziehung, Gesprächskultur, Sensibilität, Leidenschaft, 100 andere Dinge.

Die vergangenen Weihnachtstage und der Jahreswechsel haben vielleicht wieder zentrale und existenzielle Fragen des Zusammenseins und des eigenen Lebensgefühls berührt: Lebe ich das, was mir wichtig und wesentlich ist? Erlebe ich Familie, Partnerschaft oder das Umfeld, wie ich es mir wünsche? Wie konnte ich das alte Jahr abschliessen und mit welchen Ambitionen, Visionen und Zielsetzungen habe ich das neue Jahr begonnen?

Ich wünsche dir, euch und Ihnen für das neue Jahr 2016, dass es Entwicklung bringen möge, Entfaltung, Bereicherung, Geborgenheit, Inspiration, Begegnung, Glück in der Familie. Und immer wieder einen Zauber des Augenblicks oder ein Flügelschlag, wie im folgenden kleinen Gedicht...

Zauber

Neues wagen
Altes loslassen
     Träume umsetzen
     Ungewohntes begehen
Vertrauen dass es gut kommt
mit dem Leben, mit der Herausforderung

Ein kleiner Schritt nach dem anderen
ist noch keine Weltreise
aber doch der Beginn
einer neuen Welt
     Manchmal reicht schon ein Flügelschlag
     und der Wind beginnt sich zu drehen
     im Zauber eines Anfangs (ww)



Herzlichst

Wolfgang Weigand
 


Gedanken zu Liebe und Sterben…

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Mit diesem Gebot sind wir irgendwie aufgewachsen. Dabei wird der zweite Teil des Satzes "wie dich selbst!" oft vergessen. Dabei könnte das erwähnte Gebot sogar umdrehen: Liebe dich selbst wie deinen Nächsten!

Selbstliebe ist eine Fähigkeit, sich selbst anzunehmen. Es kann helfen, sich einengende Glaubenssätze oder alte Muster bewusstzumachen. Manchmal hilft schon ein einfaches Ritual: Sie können solche Überzeugungen auf ein Blatt Papier schreiben und sich dann symbolisch von ihnen verabschieden, indem Sie das Blatt verbrennen oder es dem Wasser eines Flusses übergeben, damit es fortgetragen wird.

Selbst- oder Eigenliebe ermöglicht Ihnen auch, eine Wertschätzung dem entgegenzubringen, was Sie geprägt und geformt hat, also ein grundsätzliches Wohlwollen Ihrer eigenen Biografie gegenüber, ohne deswegen verletzende Erfahrungen oder schwierige Begegnungen leugnen zu müssen. Dann müssen Sie sich z.B. nicht mehr für Ihre Familie aufopfern oder irgendeinem „alten“ Thema treu bleiben, wenn es Ihnen nicht mehr entspricht.

Selbst- oder Eigenliebe bedeutet ebenso, eigene Bedürfnisse und Wünsche ernst und wichtig zu nehmen, bewusst auf Gesundheit und körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden zu achten, hat aber auch mit dem Glauben daran zu tun, eigene Träume und Ziele verwirklichen zu können. Es geht um ein Grundvertrauen in Ihr eigenes Leben, dass es gut so ist, wie es ist. Dann können Sie auch andere gleichwertig schätzen und lieben, ohne überzogene Erwartungshaltungen oder Veränderungsversuche.

An seinem 70. Geburtstag, dem 16. April 1959, verfasste Charlie Chaplin seinen bekannten Text über die Selbstliebe. "Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist. Von da an konnte ich ruhig sein. Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen und Problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten. Sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich:
Das ist das Leben!"

Ich wünsche Ihnen etwas von dieser befreienden Selbstliebe – das neue Jahr 2016 möge viele zauberhafte Momente, Begegnungen und Prozesse dazu bereit halten. Es möge zeigen: das ist das Leben!



Sterben:

Am 6. November 2015 hat der deutsche Bundestag das gesetzliche Verbot der organisierten Sterbehilfe beschlossen. Ich verstehe jeden Menschen, der mit diesem Thema grosse Mühe hat bzw. Sterbehilfe ablehnt. Ich verstehe jedoch nicht die unglaubwürdige Debatte in Deutschland um dieses Thema in Zeiten der Flüchtlings- und Waffentoten. Die Diskussion hat mich zu folgendem Klarstellungsversuch motiviert.

» Zur Debatte um die Sterbehilfe

 



In eigener Sache:


Café Goodbye

Am 22. November 15 durften Carla Soldato und ich im Winterthurer Dimensione das Café Goodbye eröffnen. Fast 80 Gäste füllten das kleine Bistro bis ins letzte Eck – damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Der Palliativ-Fachmann Christoph Schürch war mit uns allen im Gespräch über das "Gute Sterben": Was ist das? Was gehört dazu? Wie können wir uns und andere darauf vorbereiten?

Am 14. Februar 2016 wird der Philosoph Beat Claude Sauter einen überraschenden Blick auf den Valentinstag werfen: Lieben heisst auch Loslassen. Was bedeutet es für eine Liebesbeziehung, wenn jemand geht? Wie kann man gut verabschieden und bleiben?

Türöffnung ist wie immer um 9.00 Uhr, um 9.30 Uhr wird dann das Café Goodbye beginnen. Sie sind herzlich eingeladen!


Kabarett „Der Tod ist doch das Letzte!“
Bin weiterhin unterwegs mit meinem neuen Solo-mit-Urne… Im Gleis 2 in Uster spiele ich wieder am 21. und am 28. Januar, jeweils um 19.30 Uhr. Und auch im Parterre 33 in Sankt Gallen werde ich erneut sein am 22. April, um 20.00 Uhr. Nähere Infos bzw. Flyer finden sich auf www.schritte.ch.



Büro-Gemeinschaft am Oberen Graben 2 in Winterthur
Ab 8. Januar 16 habe ich mein Büro nicht mehr an der Salstrasse 51, sondern am Oberen Graben 2. Ich freue mich sehr auf diese Bürogemeinschaft mit Carla Soldato, Coaching und Beratungen, sowie mit Dimovera, einem Unternehmen für Vorsorge zu Lebzeiten und im Todesfall.

Ich freue mich auf jeden Besuch!

Ihr Wolfgang Weigand
 



Impressum:

Wolfgang Weigand

Rituale & Coaching
Am Oberen Graben 2
CH-8400 Winterthur

044 941 00 59
079 359 56 46

mailto:w.weigand@schritte.ch

www.schritte.ch
www.abschiedsfeiern.ch

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